gemeinſchaftlichen Lade. Sie handhabten die deutſche Waffe, führten die eigene Fahne, welche oft die ſelt⸗ ſamſten Schildereien trug. War es doch z. B. ſo⸗ gar ein„Bundſchuh“ den die Bürger von Ried am Inn im Wappen trugen, ſeit Einer der Ihrigen bei den Kämpfen in Paläſtina ein Häuflein Chriſten⸗ ſtreiter, deren Panner gefallen war, durch Aufſteckung ſeines Bundſchuhes auf ſeiner Picke und Vortragung dieſes ſeltſamen Panners zum Stehen brachte, und dem Siege zuführte.
Der eigentliche Urſprung dieſes Innungs⸗ und Gildeweſens mag aber im alten Glauben unſerer deutſchen Voreltern geſucht werden. Ihre zwölf Hauptgötter, Aſen genannt, bildeten eine Gilde oder Gemeinſchaft, wohnten vereint und unterſtanden be⸗ ſtimmten Geſetzen; eine ſolche Vereinigung aber hieß bei den Angelſachſen Gegylde Innung.—
Daher galten auch die Innungen des deutſchen Mittelalters gleichſam als religiöſe Geſellſchaften und hatten Fahnen; man ſtellte und hing ſie in den
Kirchen auf, gleichwie die Trophäen und Feldzeichen der alten Germanen ſich in ihren heiligen Hainen und Plätzen befanden, und von Prieſtern in die Schlachten getragen wurden.
Die Innungen feierten jährlich auch ihren be⸗
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