keit in ſeinen Einrichtungen und Beſtrebungen eine feſtgegliederte Geſellſchafts⸗Schichte bildete, auf welcher der Wohlſtand und die Ordnung des Staates vor⸗ zugsweiſe gegründet war. Nicht ohne große Beden⸗ tung iſt aus jener Zeit die häufig vorkommende Be⸗ zeichnung der bürgerlichen„Ehrbarkeit“ einzelner Standesclaſſen; dieſes Beiwort wurde wohl nirgends häufiger als von den ehrſamen“ Meiſtern und Ge⸗ ſellen der Zünfte gebraucht; und ſo wie jede Zunſt ihre„Ehrenhaftigkeit“ ſtrenge bewahrte, ſo hielt ſie auch anderſeits auf ihre ,luſtigen Gewohnheiten“ oder den ſogenannten Zunftgebrauch.— Dem auf⸗ merkſamen Geſchichtsforſcher ſind auch dieſe nralten Zunftgebräuche eine Merkwürdigkeit, er wird ſie beach⸗ ten, weil er in ihnen Markſteine einer vergangenen Zeit findet, auf denen oft mit lachenden Zügen ein Sittenbild dieſer Vorzeit geſchrieben iſt.—
Seit Kaiſer Heinrich der Vogler die erſten größe⸗ ren Städte Deutſchlands gründete, und ihre Be⸗ wohner mit Privilegien verſah, ſtieg der Stand der
Handwerker und der Handelsleute fortwährend an“s chtung, und Künſte und Cultur, ſelbſt Lurus und
feinere Sitten nahmen zu; es entſtanden die Bür⸗ gervereine, die ſogenannten Gilden, Zechen oder Zünfte mit ihren Geſetzen, Vorſtehern und ihrer


