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Ehrenſäbels, welchen er kurz vorher um ſeine Lenden ge⸗ gürtet hatte.
„So ſei du meine Braut durch dies Leben,“ rief er, ſeine ſtarke Rechte auf die Waffe legend;„kein anderes Weib ſoll meine Hand jemals berühren, und wenn Theo⸗ dorens Bruder, dem ich fortan Vater ſein will, dies gute Eiſen von mir als Erbe überkömmt, ſo ſoll es ihm die Geſchichte meines Lebens und meiner einzigen vergebli⸗ chen Liebe erzählen, denn mit tiefen Zügen will ich es auf den Stahl ätzen laſſen: der wahre Mann liebt nur ein⸗ mal im Leben!“
Es waren die letzten Worte, welche der Ritter ohne Furcht und Tadel über ſeine Liebe verlor. Dann ſchritt er ſtolz und frei, ein Sieger über ſein eigenes Herz, durch die Reihen der Höflinge, gefolgt von den mit⸗ leidigen Blicken der Czarin, und nur die Reihen ſeiner treuen Krieger und Kampfgenoſſen ſahen ihn wieder.—
Zu St. Petersburg aber ſtand am folgenden Tage die Majeſtät der Kaiſerin aller Reuſſen, und ließ ſich von ihren Generälen das Urtheil Pugakew's, des verwe⸗ genen Empörers, vorlegen.
Es lautete dahin: daß der tollkühne Empöter zu
Noskau auf öffentlichem Platze lebendig geviertheilt wer⸗ den ſollte.
Aber in ihrem ganzen Leben die Czarin kein
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