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ganzen Hofſtaate begleitet, trat jetzt die Kaiſerin rieh in den Saal, um durch denſelben in den Hofraum hina zu ſteigen, wo die kaiſerlichen Gallawägen ihrer harrten, um ſie nach Petersburg zu führen, wo für den heutigen Abend in glänzendſter Weiſe das Hoffeſt des Sieges ge⸗ feiert werden ſollte, deſſen Beginn bereits alle Glocken der Newa⸗Stadt verkündeten.
Die Czarin hatte die letzten Worte Michelſon's ver⸗ nommen.„Habt Ihr noch eine Bitte, General Michel⸗ ſon?“ fragte ſie mit wahrhaft liebreizender Herablaſſung.
Da trat der Ritter ohne Furcht und Tadel vor. „Majeſtät!“ ſagte er mit kraftvoller Stimme und ent⸗ ſchiedenem Tone,„Erlauchte Czarin! Eure Huld und Gnade iſt in der That größer als mein Verdienſt, denn ich habe als Soldat nur eben meine Schuldigkeit gethan und nichts weiter. Aber dennoch flammt in meinem In⸗ nern noch ein Wunſch, deſſen Erfüllung mir mehr Glück bereiten würde, als alle Gnaden, mit denen mich Eure Majeſtät überhäufte. Mit mannhafter Liebe hängt mein Herz an einem Weſen auf der weiten Erde, ohne deſſen Beſitz mein Leben einem trüben Schatten gleichen wird, den kein Lichtſtrahl aller Gnaden, mit denen mich die Hand meiner höchſten Gebieterin beglückt, zu verſcheuchen vermag. Jetzt, nachdem ich dem Gewühle der Schlachten entronnen bin,“ fuhr er fort,„nachdem ich den Kampf ausgekämpft habe mit den Feinden meiner erlauchten
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