309„
ihre Perſon feſſeln, und Eure Hand darum in die ſchönſte
Hand der Schönen legen, welche dieſen Palaſt zieren. Das holde Fräulein Branisca, die Nichte des mächtigen Potemkin's ſelbſt, um deren Gunſt ſich bisher ſo viele vergebens bewarben, weil ſich die Kaiſerin die Vergebung ihrer Hand bisher ſelbſt vorbehielt, iſt es, welche Euch, dem größten Sieger unſerer Tage, von der Czarin zu⸗ gedacht iſt.“
Michelſon verneigte ſich.
„Obergeneral,“ ſagte er,„die Gnaden, mit denen mich Ihre Majeſtät die Czarin überſchüttet, ſind groß; dankbar erkenne ich ſie, aber ſollen ſie Gnaden für mich bleiben, ſo darf meinem Willen keine Schranke gezogen, meine Manneswürde nicht verletzt werden.“
General Panin blickte verlegen auf den Sprecher, dieſer fuhr aber fort.„Ich bin Soldat, und ein Soldat gehört, wie Ihr wißt, Herr Obergeneral, in's Feld; an den Hof tauge ich nie. Laßt mich daher ziehen in die friſche freie Luft, dorthin, wo die Gnade der Czarin mir ein gut Stück Landes angewieſen; und was das Glück einer Ver⸗ bindung mit der Schönſten der Schönen an dieſem Hofe anbelangt, ſo muß ich Euch bitten, Obergeneral, Ihrer Majeſtät für dieſe gnädige Geſinnung meinen Dank zu Füßen zu legen; denn—“
„Das könnt ihr ſelbſt,“ entgegnete Graf Panin, indem er ſich ehrfurchtsvoll verneigte; denn von ihrem


