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Jetzt nahm die Kaiſerin ſelbſt aus der Hand ihres
Großſchatzmeiſters ein Pergament, und überreichte es Michelſon.„Dem Manne,“ ſprach ſie, und tiefe Rüh⸗ rung malte ſich auf ihrem Antlitze,„dem Manne, der in ſo kurzer Zeit, mit ſo geringer Macht einer ſo großen Länderſtrecke den Frieden wiedergab, geziemt auch ein Antheil an dem, was er gerettet.“
Sie überreichte ihm das Pergament. Es enthielt eine Schenkung von hunderttauſend Bauern nebſt dem dazu gehörigen Lande in der Ukraine.„Und damit,“ ſchloß die Kaiſerin,„damit der Mann, der unſerer Krone ein koſtbarer Edelſtein geworden, auch fortan un⸗ ſerem Throne nahe ſtehe, wünſchen wir, daß General Mi⸗ chelſon ferner an unſerm Hofe verbleibe und hier den Engel finde, der ihm ſeine Lebensbahn mit Roſen be⸗ ſtreue.“
Die Czarin verließ ſodann den Saal.
General Panin aber trat auf den Beglückten zu. „Die Gnade der Czarin,“ ſagte er,„beſtrahlt mit Recht das Haupt des Würdigſten; hat General Michelſon aber auch verſtanden, was die Erlauchte mit den letzten in⸗ haltsſchweren Worten vermeinte?“
Michelſon, betäubt von der Größe des Augen⸗ blickes, blickte den Frager verwundert an; dieſer lächelte.
„General,“ ſagte er,„die Czarin will Euch an


