296
als ſeine Braut zur Schau auszuſtellen, dann aber ſeiner Horde preis zu geben, hatte ihre Lebenskräfte erſchöpft.
Von ihrer Begleiterin, dem Koſakenmädchen Ma⸗ ruſchka, welches Theodora nach deren Vermählung mit Charlow gefolgt war, und ſich auch nach deren Ab⸗ führung durch Pugacew mit ſeltener Treue zu ihr gefun⸗ den hatte, erfuhr Michelſon jetzt: daß man Theodora getäuſcht und ihr nach Michelſon's Entfernung von Kaſan vorgeſpiegelt hatte, er ſei gegen eine rebelliſche Kirgiſenhorde entſendet worden und im Felde geblieben; „den Thränen Theodorens um den Verlornen“, berichtete die treue Maruſchka weiter,„hatte die Oberſtin alle möglichen Ueberredungskünſte entgegengeſetzt, um endlich Theodora, die heimatsloſe Waiſe zu vermögen, Charlow ihre Hand zu reichen, und mit ihrem kleinen Bruder dem Major in ſeine Station nach Niſchnaja⸗Orſenaja zu folgen.“
Aber hatte auch die Arme ihre Pflicht gegen den ungeliebten Gatten erfüllt, ſo war doch Michelſon's Bild aus ihrem Herzen keinen Augenblick lang verſchwunden. Sie betrauerte ihn als einen Todten. Wie ſie in Puga⸗ dew's Gefangenſchaft gerieth, wurde erzählt; der Wüthe⸗ rich hatte nicht Zeit gefunden, das Schrecklichſte an ihr zu üben; er hatte ſie mitgeſchleppt, um, wie bereits mehr⸗ mals erwähnt, in Kaſan an dem Platze, wo er einſt als
——


