Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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Aber der Blick Michelſon's fiel ſogleich auf ein menſchliches Weſen, welches auf einem der herumliegenden Mäntelſäcke hingeſunken, eine verblichene Frau zu ſein ſchien.

Neben derſelben kniete ein junges Koſakenmädchen, aus deſſen dunkelbraunen Augen ein Thränenſtrom nieder⸗ perlte. Ein Schimmer der hochgehaltenen Laterne be⸗ ſtrahlte ihr bleiches Antlitz, undTheodora! rief Michelſon, vor ſie hinſtürzend.

Sie war's.

Die Liebe frägt nicht, ſie handelt.

In der nächſten Stunde lag die Ohnmächtige in der Kibitke des Iſchwoſchtiks, das Koſakenmädchen kniete neben ihr, und das Fuhrwerk rollte, von den Offizieren geleitet, nach Kungur hinab, wo die arme Wieder⸗ gefundene im Hauſe eines Popen endlich Pflege und die erſte Ruhe nach einer langen Periode der ſchrecklichſten Leiden fand.

Theodora lag noch mehrere Tage in bewußtloſer Schwäche gefangen; ihre einſtige reizende Körperfülle war verſchwunden, ſie glich jetzt mehr einem Skellette als einer menſchlichen Geſtalt, denn die entſetzliche Grauſam⸗ keit ihres Peinigers, welcher ſie fortwährend mit ſich ge⸗ ſchleppt hatte, um ſie, wie er vor hatte, in Kaſans Kreml

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