Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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einen der aufſtrebenden jungen Stabsoffiziere auszuleſen, an deſſen ſtarker Hand das Mädchen durch das Leben gehen ſollte.

Aber auch für Theodora dachte die Oberſtin.

Theodora war ſchön wie ein Maitag in vollſter Blüthe; ſie überſtrahlte mit den reizenden Gaben, welche ſie aus der Hand der Mutter Natur empfangen hatte, nicht nur die liebliche Malwina, ſondern auch was in den Augen der eitlen Oberſtin nicht unbemerkt blieb dieſe ſelbſt im hohen Grade. Grund genug, daß Frau Eudoxia von Brand, welcher die mittelloſe Nichte ihres Mannes in ihrem Hauſe ohnedies gleich anfangs keine ſehr willkommene Erſcheinung war, täglich empfindlicher wurde gegen die Waiſe, die mit allen zarten Aufmerk⸗ ſamkeiten die eiferſüchtige Abneigung der ſtolzen Tante nicht mehr zu beſiegen vermochte.

So hatte denn Frau Eudoria von Brand auch in dieſer Beziehung bereits ein großes Rechnungserempel entworfen; ſie hatte ſich die Ziffern auserſehen, aus denen ſie das künftige Haus ihres Familienglückes bauen wollte; zu oberſt ſtand der unabänderliche Grundſatz: daß mit Malwinens Hand der reichſte, durch die meiſten Ver⸗ bindungen am kaiſerlichen Hofe ausgezeichnetſte Offizier oder Kavalier von denen, welche im Gouvernements⸗ palaſte zu Kaſan aus und ein gingen, gewonnen werde;

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