Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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Speiſeſaales ihre Augen glänzen machten, ſo ſchwärmte die jüngere Soldateska ihrer Begleitung wie Honig ſu⸗ chende Bienlein um die ſchönſten Blumen des Palaſtgar⸗ tens Theodora und Malwina.

Frau Eudoxia von Brand war nicht nur eine ſtolze Selbſtherrſcherin ihres Hauſes, ſie war auch eine kluge Dame; ſo wie ſie daher im Haushalte ihres Palaſtes ſtrenge Controlle führte und daſelbſt als wahres Manns⸗ weib den ihr von ihrem Gemahl gerne überlaſſenen Kom⸗ mandoſtab führte, ſo rechnete ſie auch da mit großer Geſchicklichkeit, wo es galt, die Säulen ihres Hauſes feſt zu ſtellen für alle Stürme der Zukunft.

Rußland hatte aber ſeit Peter des Großen Tode eigentlich keine ruhige Stunde mehr gehabt, Staatsſtreich war auf Staatsſtreich gefolgt, Umſturz auf Umſturz wer bürgte dafür, daß nicht auch Katharina II. das Lvos anderer unglücklicher Nachfolger Peter I. theile, daß dann mancher der Gouverneure der Provinzen, welche die neue Kaiſerin einſetzte, wieder von der Stufe herab⸗ treten würde, worauf ihn die Hand der jetzigen Selbſt⸗ herrſcherin aller Reuſſen gehoben hatte.

Ueberdies iſt nichts wandelbarer, als die Gunſt der Mächtigen.

So rechnete die Oberſtin, und blickte daher bei Zeiten herum für ihre Tochter, die ſchöne blonde Malwine,