Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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ſodann, daß auch die täglich herrlicher heranblühende Nichte Theodora je eher, je lieber an der Hand irgend eines an⸗ deren Kavaliers oder Offiziers aus Kaſan ziehen müſſe. Eine dritte ebenbürtige Blume gab es im Roſengarten des Gouvernementspalaſtes nicht mehr, und Frau Eudoria von Brand ſtand dann allein da als die Göttin, welcher in dieſem Palaſte zu huldigen geſtattet war.

Es war an einem ſchönen Auguſtmorgen des Jahres 1772, als Oberſt von Brand die prachtvollen Teppiche des Kabinets ſeiner Gemahlin betrat.

Ich komme Dir anzukündigen, Eudoxia, ſagte er, daß wir uns auf längere Zeit trennen werden. Ihre Ma⸗ jeſtät die Czarin hat mich und den Gouverneuer von Orenburg durch dies Schreiben nach Petersburg einbe⸗ rufen, wo wir Organiſationsmaßregeln des Reiches zu berathen haben.

Die Oberſtin blickte überraſcht empor.So wird unſere für dieſen Monat vorgehabte Luſtreiſe nach Aſtra⸗ chan und an's kaſpiſche Meer wieder zu Waſſer? fragte ſie mit einem leiſen Zuge des Unmuthes auf ihrem breiten Antlitze.

Nicht im Mindeſten, entgegnete der Gemahl, vielmehr ſollſt Du dieſe Reiſe mit Malvinen und Thev⸗ doren noch in dieſer Woche, oder wenn Du willſt, ſchon morgen antreten, denn mein Abgang nach Petersburg