Ein Stich ging durch des tapfern Hauptmanns Herz und ſein Buſen quoll von Theilnahme.
„O weh— ſie iſt ſchon verloren— verloren! Armes Kind!“ dachte er, nach ſeiner Meinung ganz ohne Selbſtſucht.„Sie nennt ihn ſchon Alfred! Eine verwünſchte Vertraulichkeit!“
„Laſſen Sie ihn gehen, Fanny! Die Männer müſſen ſich frei von und zu uns begeben können. Zwang erkältet ſie für unſere Geſellſchaft,“ entgegnete die Majorin.
Fräulein Fanny warf aber, nicht erbaut von dieſer Lebensphiloſophie, ſchmollend den Kopf zurück und flü⸗ ſterte:„Zehn Jahre ſpäter hätte ich nichts dagegen.“
Briſek ſah ſchnell nach ſeiner Mütze, die er ab⸗ gelegt hatte und dachte:„Es iſt am Beſten, daß ich gehe,— denn Ewald hat Recht, dagegen iſt nichts mehr zu machen!“ Aber ſehr ſchnell änderte er ſeine Mei⸗ nung, als jetzt Fräulein Fanny haſtig Hut und Mantel dem eintretenden Diener hinreichte und ſich mit herzli⸗ cher Traulichkeit dicht neben ihn ſetzte. Sie fragte nach Ewald von Eſchenrode, freute ſich, daß es ihm gut ging, erzählte von Elfrieden und ſchien über dieſes Thema den Herrn von der Port gänzlich zu vergeſſen, bis Briſek endlich ſelbſt wieder auf ihn zurück kam.
Der Schauplatz hatte ſich während dieſes kurzen,


