Teil eines Werkes 
3. Theil (1863)
Entstehung
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Der kleine todtenbleiche Mann mit der Faltenſtirne ſenkte düſter ſein Auge in die Grube.Tief genug, ſagte er halb lächelnd, halb höhniſch,um darin eine Ewig⸗ keit zu ſchlafen.

Je nun, meinte der zutraulicher werdende Tod⸗ tengräber, indem er den Mann näher in's Auge faßte, je nun, es kömmt wohl auch ein Tag, der dieſe Ewig⸗ keit lichten, der den eiſernen Schlaf im Grabe unterbre⸗ chen wird.

Ei, fragte der Bleiche, wie ausholend, dagegen, ei, glaubſt Du denn ſo feſt an die Verheißung...

Einer Auferſtehung! ergänzte der Todten⸗ gräber mit leuchtenden Blicken, und der freundliche Mond⸗ ſtrahl goß eben ſein Friedenslicht wie einen ermuthigen⸗ den Gruß aus dem Lande der Unſterblichkeit über die Schlummerſtätten des Kirchhofes

Einer Auferſtehung!, wiederholte er be⸗ geiſtert;ja! mein Herr, Ihr werdet mir dieſen heiligen, großen Glauben, meines Lebens ſchönſte Hoffnung, nicht hinweglächeln!

Alſo Du, Mann mit dem blanken Spaten, fuhr der Bleiche fort,Der Du täglich im Menſchenſtaube wühlſt, Du glaubſt wirklich, daß...

Gottes Allmacht mich mit den Millionen meiner Mitbrüder dereinſt erwecken werde zum ewigen Leben!