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Setzen bereitliegenden Grabſteines MDLXXVIII ent⸗ zifferten.
Beide trugen breite Hüte, und ihre bleichen Ge⸗ ſichter hatten einen unheimlichen geſpenſtigen Ausdruck. Der Eine größer von Wuchs als der Andere, hatte ge⸗ wöhnliche, ziemlich regelmäßige Züge; der Andere war klein von Geſtalt, hatte ein dürres Geſicht mit eingeſun⸗ kenen Wangen und eine breite Stirne, welche, obgleich er kaum zwanzig Jahre zählen mochte, bereits Runzeln trug; ſeine lange Naſe, ſein finſteres Auge und ſein ſchma⸗ les, unten ſpitzig zulaufendes Kinn gaben ihm ein faſt abſchreckendes Ausſehen. Die ſchwarzen Mäntel und brei⸗ ten Hüte, welche beide Männer trugen, deuteten darauf hin, daß ſie dem gelehrten oder geiſtlichen Stande ange⸗ hörten.
Der Todtengräber ſtand lange auf ſeinen Spaten geſtützt, und betrachtete die beiden Männer, in denen er ſogleich Fremde erkannt hatte. Nun bemerkten auch ſie den Mann der Gräber.
„Was machſt Du da?“ fragte der kleinere der bei⸗ den Männer, indem er Hannſen näher trat, mir barſchem Tone.
„Herr!“ ſtotterte der etwas erſchrockenen Handlan⸗ ger des Todes,„ich baute eben eine Wohnung für einen neuen Gaſt meines Reiches.“


