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Der Prinz blickte jetzt ſtarr dem Manne in's Auge.
„Varlet?“ fragte er nach einer Pauſe,—„Du — Du nennſt Dich Varlet?“
„Wie mein Vater,“ entgegnete der Stämmige kurz—„oder habt Ihr meinen Taufſchein geleſen, daß Ihr meint ich ſei vielleicht ein Baſtard im Hauſe mei⸗ ner Mutter geweſen?“
Der Blick des jungen Prinzen heftete ſich noch fe⸗ ſter auf das wiederlich behaarte Geſicht des Mannes, der ſich Varlet nannte,— Eugen Beauharnais ſchien jetzt Ghiraldina und ihre Flucht und ſeine Liebe zu ver⸗ geſſen——— er ſtand ſchweigend in tiefes Nachden⸗ ken verſunken vor dieſem Varlet, und ſchien in deſſen Zügen leſen zu wollen, als ob in denſelben die Ge⸗ ſchichte einer großen Trauerſcene aufgeſchrieben ſtünde.
„Menſch!“ rief er dann, wie aus einem Traume erwachend,„warſt Du es!— bis Du es? biſt Du es wirklich?2!!“—
„Wer ſoll ich denn ſein?“ ſagte der Stinige— „und wer ſeid denn Ihr?“—
„Biſt Du wirklich ein Italiener, der Du Deiner Tracht nach zu ſein ſcheinſt?“ fagte der Prinz—„und wem dienſt Du hier?“—
„Oh, zwei Fragen auf einmal,“ ſagte der Andere,
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