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„Alſo die junge Gräfin Ghiraldine hat Dich in ihre Dienſte genommen,“ ſagte der Prinz,„führe mich zur Villa hinauf und weiſe mir ein Zimmer an, ich muß morgen mit dem Früheſten Deine Herrin ſprechen.“
„Iſt nicht mehr möglich,“ entgegnete der Stäm⸗ mige,„beim Blute des heiligen Januarius!— eben darum bin ich ja der Cerberus auf Iſola bella gewor⸗ den, weil die alte und junge Gräfin bereits davon ge⸗ ſchwommen ſind.“
„Ghiraldine abgereiſ't!?!“ fragte der Prinz und ſein Auge flammte.
Eine Ahnung ſchien in ſeinem Innern emporzu⸗ tauchen.
„Wohin?“ fragte er.
„Dort auf dem See ſchwimmen ſie,“ ſagte der Stämmige, indem ſein Arm nach einer Gondel wies, die ſich auf den vom Mondſtrahle ſilberumſäumten Wellen des Lago maggiore ſchaukelte.
„Wer,“ rief der Prinz, und tiefe Bläſſe wechſelte jetzt auf ſeinem Antlitze mit der höchſten Flammemröthe. „Nun, ich ſagr Euch's ja,“ entgegnete der ſtäm⸗
mige Mann,„wer denn ſonſt, als die junge Gräfin Ghiraldina Orſini und ihr junger Bräutigam Louis Graf Lenoir, Oberſt im Generalſtabe des Kaiſers Na⸗ polenn


