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Der Prinz, welcher einen gewöhnlichen Sammt⸗ rock in dunkler Farbe trug, und durch kein Abzeichen hier, im Reiche ſeiner Liebe, ſeine hohe Würde verrieth, maß jetzt die Geſtalt dieſes Menſchen vom Kopfe bis zum Fuße.
„Zur Villa!“ herrſchte er ihm ebenfalls in fran⸗ zöſiſcher Sprache kurz entgegen, und wollte weiterſchrei⸗ ten— aber der Stämmige vertrat ihm jetzt den Weg.
„Die Villa iſt geſchloſſen!“ ſagte er nun in ita⸗ lieniſcher Sprache,„es darf ſie Niemand betreten.“
„Warum?“ fragte der Prinz,„biſt Du vielleicht der Beſchließer?“
„Si signore,“ entgegnete der Andere grinſend, indem er mit dem Schlüſſelbunde klirrte, der an ſeinem Gürtel hing.
„Wer hat Dich dazu beſtellt?“ fragte Prinz Eugen.
„Die Gräfin Bianca Orſini,“ entgegnete der Stämmige barſch.
„Wie?“ fragte der Prinz,„weilt ſie wieder auf Iſola bella?“
„Diavolo! nein!“ entgegnete der Andere lächelnd —„es müßte ihr nur nach der Bekanntſchaft mit der Guillotine gelüſten.“


