Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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Stamme nicht aufdringen kſen er iſt mannhaft ſtolz und edel.

Wie Ghiraldina! fiel der Oberſt raſch ein, hochſinnig, ſtolz und edel, fuhr er fort,iſt auch Ghi⸗ raldina, die Tochter der Gräfin, der ſtolzen Kämpferin gegen die Gewaltherrſchaft des Imperators, die ihren Beſitz, ihre Heimat, ihre Freiheit, ihr Leben einer großen Idee zum Opfer brachte, die Tochter Ghiraldina Orſini kann nicht minder groß und hochſinnig handeln als ihre Mutter indem ſie

Hier hielt der Oberſt einen Augenblick inne. Sein feſter Blick ruhte auf dem todtbleichen Antlitze der, die ſchwerſte Stunde ihres Lebens durchkämpfenden Jung⸗ frau.

Die großen mit mühſam zurückgedrängten Thrä⸗ nen gefüllten Augen des Mädchens lagen auf ſeinen Lippen, als ſollten ſie Leben oder Tod von dieſen ſau⸗ gen.

Indem ſie entſagt ſchloß der Oberſt ſeine Rede.

Eine tiefe Pauſe des Schweigens trat jetzt ein. Von den Zweigen der Trauerweide an der Seite des Gartenhauſes ſchwammen jetzt die ſchmelzenden Töne einer Nachtigall herüber, welche ſo weich durch die