226
heit wieder einmal ein paar junge Häupter beſtrahlte, welche in ſeinem Glanze luſtwandelten.
Ghiraldine ſchritt nämlich auf das Gartenhaus im Lorbeerwalde zu, wo auf einer Staffelei das von ihr entworfene Bruſtbild Eugen Beauharnais aufgerichtet ſtand.
Die ſtille Muſik des Abends ertönte in tauſend Stimmen aus Blumenkelchen, Gräſern und von den Zweigen.
Die Natur rüſtete ſich allmälig zur Ruhe, und das Menſchenherz fand dieſe in der ſtillen Rückkehr des Ge⸗ dankens zum Schöpfer...
Auch Ghiraldine betete im Herzen, das ſo empfäng⸗ lich war für die Größe der Natur, für das Gefühl des Göttlichen, des Schönen.
Sie bethete im Herzen, und ihr Auge hing dann an dem werdenden Bilde des ſchönen, männlich ſchönen Jünglings, deſſen Züge ihr fremder zu werden ſchienen, ſeit er im Glanze einer Königskrone vor ihr ſtand..
„Arme Ghiraldina!“
So liſpelte es hinter ihrem Rücken aus den Zweigen.
Die träumende Jungfrau blickte um— Louis Le⸗ noir ſtand hinter ihr.


