8
„Nun,“ ſagte er,„ſeht zu, ob Ihr in Europa das ſchöne Frankreich, welches Euch euere Phantaſie vormalt, finden werdet.— Ja, ich ſage Euch, die Dinge geſtalten ſich dort mit jedem Tage ſeltſamer und wüſter; und wenn ich Euch ſage, daß man mir, als ich vor drei Mo⸗ naten von Breſt nach den Antillen zurückfuhr, als neueſte Nachricht die Proclamation der Kriegserklärung zeigte, welche König Ludwig XVI. gegen das ihm befreundete Haus Oeſterreich wider ſeinen Willen hatte unterzeich⸗ nen müſſen, ſo mögt Ihr die Machtloſigkeit dieſes von ¹ den Partheiungen ſeines Landes getriebenen Königs be⸗ 3 urtheilen und ſchließen, welcher Zukunft das ſchöne
Frankreich entgegen geht— Nacht wird es dort, ſage ich Euch— ſchwere Gewitternacht und—“
„Deſto heller,“ fiel der Amerikaner ein,„wird der Stern des Muthigen ſtrahlen, der ſich mit ganzer freier Bruſt dem Sturme entgegenwirft—“
„Und darin vielleicht untergeht—“ ſchallte eine tieftönende Stimme von der linken Seite des Kieldeckes. Die beiden Männer blickten auf— die Stimme gehörte dem bleichen Franziskaner⸗Mönche, welcher aus der hin⸗ terſten Ecke des Kieldeckes hervorgetreten war, und jetzt auf das Meer hinausſtarrte, auf deſſen ruhigem Spiegel ſich eine ſonderbare Erſcheinung darbot.
Die ganze See rings um das Schiff ſchien mit


