Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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nachmaligen Königs benannte Ludwigsglocke ein Trauerlied in die Lüfte, denn in einem Zimmer des genannten Kollegiums lag ein großer Mann auf ſein Ruhebett geſtreckt, und ſeine bleichen Züge, ſeine

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Der Reichthum Kuttenbergs war groß; in der erſten Hälfte des ſechszehnten Jahrhunderts ſoll ſich die Zahl der blos zum Bergbau gehörigen Einwohner auf zehn⸗ tauſend belaufen haben, und Hieronymus Balbus, Pro⸗ feſſor an der prager Univerſität ſchildert dieſen Reich⸗ thum mit nachfolgenden Worten:

Dives inexhaustis resonat mons Kuttna metallis, Argentoque fluens, tota liquescit humus

Daniel von Weleslawin, der böhmiſche Geſchichtsſchrei⸗ ber, beſchreibt Kuttenberg in ſeinem Nomenclator quadri- linguis, wie folgt:Kuttenberg, dieſe hochanſehnliche Stadt, einſt ſehr mächtig an Reichthum und an Men⸗ ſchen, hat den Rang und die erſte Stelle nach Prag, wie im Kriege, ſo im Frieden, wie im Lande ſelbſt, ſo auch auswärts behauptet, und wurde gleichſam für eine kleinere Hauptſtadt und für die Schatzkammer dieſes Königreiches gehalten Höchſt merkwürdig ſind die Schickſale Kuktenbergs zur Zeit Zizka's, und Megerle erzählt unter anderm hierüber:

Im Spätherbſte drang Sigmund mit einem Heere, das aus ſechszigtauſend Mann beſtand, aus Mähren in Böhmen ein. Caslau und Kuttenberg waren von den Pragern beſetzt. Dieſe baten den Zizka, ihnen mit ſeinen Taboriten von Saaz zu Hilfe zu kommen. Er kam nach Prag, und ſetzte einige Tage darauf ſeinen

1857. X. Der Jeſnit. II. 1