Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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gequält, ebenſo trübe vor ſich hinblickte. Beide jun⸗ gen Männer hatten ſich bereits aus dem tobenden Gewirre des Feſtes entfernt, und ſchritten durch die Jeſuitengaſſe über die Moldaubrücke zum Hradſchin hinauf.

Johannes legte ſeinen Arm in den ſeines Freun⸗ des, der ihm ſüße Troſtworte für ſeine Zukunft zu⸗ geflüſtert hatte.

„Wäre ich ein Adeliger, oder trüge, ich bereits das Doktorhütlein,“ entgegnete Chriſtophorus traurig, „ſo würde ich es wagen, im Hauſe des Primators aufzutreten, und um Hermine zu werben; ſo aber habe ich noch nicht einmal den Gradum eines Baccalaureus erlangt, und Du weißt, reiche und angeſehene Freier umſchwärmen das Haus des Pri⸗ mators— bis ich kommen darf, iſt die Roſe ge⸗ pflückt, und prangt an der Bruſt eines andern.“

„Du ſiehſt zu trübe, Freund,“ entgegnete Johannes.

„Ja, wäre ich an Deiner Stelle,“ fuhr Chri⸗ ſtophorus fort,„o nicht einen Augenblick würde ich den Kopf hängen—— Johannes!“ fuhr er fort, indem er ſtehen blieb, und die Hand des Freundes

erfaßte,„offen und ehrlich mußt Du und kannſt Du hintreten zu Deiner zweiten Mutter, der hochedlen Frau Polirena von Lobkowice— ausſchütten kannſt