ſalslaunen, nicht ohne edle Seiten ſeines Herzens, tapfer auf dem Felde der Schlacht, wie kühn auf dem Felde der Liebe, aber reizbar und beweglich, wie kaum ein zweiter ſeines Standes, hatte vierzehn Jahre das Bild ſeiner Roſa im Herzen getragen; je ferner der Beſitz Roſa's ihm lag, deſto ſchöner hatte ihm die Phantaſie ihr Bild ausgemalt— nun ſah er ſie... ſah die Wirklichkeit, ſtatt der friſchen Roſe der Vergangenheit, eine bleiche Todtenblume der Gegenwart— wie ein kalter Tropfen ziſchte es auf das heiße Eiſen ſeiner Leidenſchaft—— Maria, Maria allein ſchwebte im ganzen ſtrahlenden Glanze ihrer Jungftäulichteit und erſten Jugendſchöne vor ſeinen Augen, und Roſa, um die er wie Jakob ſieben und abermals ſieben Jahre in der Ferne gedient, gekämpft, gelitten hatte, war zur bleichen Lea gewor⸗ den, ſie ſenkte thränend ihr ſanftes Auge,„Ernſt,“ lispelte ſie,„v mein einzig geliebter Freund, welch' lange Zeit liegt zwiſchen unſerer Trennung, und un⸗ ſerem Wiederſehen— und keine Nachricht, keinen Laut hatte Ernſt Ottowald für ſeine Roſa während dieſer langen, langen Zeit!“
Die bleiche Jungfrau blickte hier ihrem wiedergefundenen Freunde ins Auge. Ottowald faßte ihre kalte Hand, auf die er


