Teil eines Werkes 
1. Band (1857)
Entstehung
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Ottowald's noch immer vor ihrer Seele geſtanden, das keinem andern Gegenſtande Einlaß geſtattete.

Innig und wahr war die Liebe, welche Karl von Piichowskh Roſa zollte, ſie fußte auf hoher Achtung ihrer weiblichen Tugend und Frömmigkeit, denn auch die Brüder Pichowskh trugen in ihren Herzen das Feuer des Glaubens, und Sitte und Tugend glänz⸗ ten auf ihrem Wappenſchilde.

Willkommen wäre daher Karl von Ptichowskh den beiden Frauen als Bewerber um Roſa's Hand geweſen, aber dieſe, ſo freundlich und ſanft ihr Be⸗ nehmen gegen ihn war, gab ihm auch nicht die ge⸗ ringſte Hoffnung, und wenn Karl von Ptichowskh ſeinem Retter und Waffengefährten in der Herberge an der Havel Roſa als ſeine Braut bezeichnete, ſo ſprach er wohl damit ſeinen eigenen Wunſch, nicht aber den Willen des Fräuleins aus, das ihm noch immer ſo ferne ſtand, als am erſten Tage ſeines Auftretens im lobkowiciſchen Hauſe. Jetzt ſtand Piichowskh vor Frau Polirena, und theilte ihr ſein Zuſammentreffen mit dem Oberſtlieutenant in der Spelunke des Teubelhauſes mit. Aber Frau Poli⸗ rena von Lobkowic ſtand bekümmert und bleich dem Hauptmann gegenüber, und hörte ihn nur mit hal⸗ bem Ohre, denn kummervoll theilte ſie ihm mit, wie