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Siehe, wie ſie alle weinen, die ihn jetzt umreih'n, und er allein ſanft und milde lächelt ob dem herrlich vollbrachten Lebenswerke!— So, mein Sohn, ſei auch Dein Eintritt in die Welt, und Dein Aus⸗ tritt aus derſelben. Als Du geboren wurdeſt, da lächelten alle, die Dich umſtanden, Du allein weinteſt—— lebe ſo, daß, wenn Du ſcheiden wirſt von dieſer Erde, alle weinen, die Dich dann umſtehen, und Du allein lächeln kannſt!“...
Die edle Mutter ſchwieg— Georg faßte mit glühendem Antlitze ihre Hand:„Mutter! Mutter!“ rief er, ſich innig an das Herz der Theueren ſchmie⸗ gend:„Wahrlich, ich gelobe es Dir! Alle ſollen ſie weinen, wenn ich einſt von dieſer Erde ſcheiden werde, nur ich allein will lächeln können!“..
Noch einmal zog jetzt die treue Mutter die Hand ihres Lieblings an ihr Herz:„Georg! mein Georg!— Du mein Einzig und mein Alles!“ rief ſie—„o ſcheide nicht vom Mutterherzen, ohne ein⸗ gedenk zu bleiben dieſer hochheiligen ſchönen wunder⸗ vollen Nacht! Sieh', wie die Lichter des Himmels ſo freundlich herabblinken, als wollten ſie lauſchen dem heiligen Schwure, den Du in die Hände Deiner Mutter thun ſollſt, um nie von dem Pfade der Tugend abzuweichen. Siehe!“ fuhr ſie


