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fort, indem ſie aufſtand, und von dem einfachen Bilde der Gottesmutter, welches nebſt dem erwähnten Bilde des gekreuzigten Chriſtus und dem Bilde des ver⸗ ewigten Vaters, den einzigen Wandſchmuck der ärm⸗ lichen Stube bildete, eine getrocknete füͤnfblättrige Roſe herabnahm.„Siehe, mein Sohn! wie dieſe Roſe fünfblättrig vor dem Bilde der Reinſten hing, alſo ſoll Dein Leben die fünf Haupttugenden: den Glauben, die Reinheit, die Thätigkeit, die Geduld und die heilige Liebe zu Gott und den Menſchen an ſich tragen; und wie der Stamm dieſe Blätter, ſo ſoll die einzige ſtarke Tugend der Beharrlichkeit die an⸗ dern alle zuſammenhalten, auf daß keine derſelben ſich entblättere, und die ganze ſchöne fünfblättrige Roſe einſt als ſchönes Siegeszeichen auf dem Sarge ruhe, worin ein Gerechter ſchläft.— Und nun beuge Dein Knie, mein Sohn,“ ſchloß die edle Mutter ihre Rede,„beuge Dein Knie, auf daß ich Dir in dießer großen herrlichen Nacht das ſchönſte Chriſtge⸗ ſchenk gebe, das einzige, was die arme Mutter dem armen Sohne bieten kann— meinen Segen!“ Georg, der reine, engelgleiche Knabe ſank auf das Knie, und Engeln lauſchten an den Fenſtern der armen Stube, worin eben der reichſte Schatz


