— 265—
Verzeihung, und erzählte ihm den traurigen Ausgang, welchen mein erſter oͤffentlicher Ver⸗ ſuch auf der Orgel zu Hilmershayn genom⸗ men hatte.„Nun ſo ſoll,“ ſagte er lächelnd, „kunftigen Sonntag ein zweiter Verſuch hier in der Schloßtirche angeſtellt werden, der hoffentlich beſſer ausfallen wird!“ Was ich, meine während der letztverwichenen ſechs Jahre erworbene Geſchicklichkeit betreffend, bisher im Stillen gefühlt und vor wenigen Au⸗ genblicken zum erſtenmal gehört hatte, wäre ſchon allein hinreichend geweſen, meinen Muth für die neu anzuſtellende Probe zu beleben; jetzt kam der Beifall, den Herr Thielmann meinen Leiſtungen angedeihen ließ, noch hinzu, und mit der freudigſten Zuverſicht ſah ich dem Sonntag entgegen. Erſchrocken fuhr Meiſter Klauring von ſeiner Drechſelbank in die Höhe, als ich Abends mit jauchzendem Ungeſtuͤm zu ihm hereinſtüͤrmte, um ihm uͤber den Gluͤcksfall, der ſich mit mir ereignet, Bericht abzuſtatten; mit theilnehmender Herz⸗ lichkeit ſchuͤttelte er mir darauf die Hand und war ſehr geneigt, mir zufolge des einflußrei⸗ chen Wohlwollens, deſſen Herr Thielmann ſich bei dem Grafen Bolkenſtern zu erfreuen hatte, aus dieſer heutigen Ueberraſchung die


