Als aber der junge Strahl des Morgenlichtes die Fichtengipfel zu röthen begann, kamen die Brüder und ſuchten ſtill und ſtumm aus der geoͤffneten Truhe den Putz hervor, mit wel⸗ chem die Mutter an frühern feſtlichen Tagen ſich am liebſten geſchmuͤckt hatte. Dieſen legten ſie der Entſchlummerten an, und tru⸗ gen auf ihren Schultern ſie fort und ließen ſie in die tiefe Grabhöhle hinunter, welche ſie ihr dicht neben der Ruheſtätte des Vaters be⸗ reitet und mit einem weichen Mooslager ver⸗ ſehen hatten. Und als die Hinabgeſenkte mit friſcher Erde ſorgfältig bedeckt war, da ran⸗ gen ſie noch einmal die Hände uͤber dem Grab⸗ huͤgel und nahmen ſodann, von allem Gram ſich verabſchiedend, im Innern der Wohnhuͤtte ihre gewohnte Morgenkoſt ein.
Wilfried hegte große Beſorgniß, daß ſie nun, da ſeine letzte Stuͤtze geſunken und nie⸗ mand mehr zu beachten war, jede ſchonende Nachſicht bey Seite ſetzen, der innern Wil⸗ lenöbegierde freyen Lauf laſſen und ganz ih⸗ rer unholden Geſinnung gemäß mit ihm ver⸗ fahren wuͤrden. Aber er hatte ſich geirrt⸗
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