Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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In troſtloſem Jammer ſank der beſtuͤrzte Wilfried an ihrer Seite nieder, umſchlang ihte Kniee und rief mit flehender Inbrunſt ſie beym Namen; doch ihre Augen blieben verſchloſſen und wirkungslos an den öden Waͤnden verhallte ſein Liebesruf. Da drangen die kräͤftigen Fußtritte der heimkehrenden Bruͤ⸗ der zu ſeinem Ohr, und bitterlich weinend ſchwankte er hinaus, um ihnen das uner⸗ wartete Dahinſcheiden der Mutter zu verkuͤn⸗ digen. Sie waren eben im Begriff, ſich nach ihrer eignen Wohnſtube zu begeben. Wie ſie aber die Trauerbotſchaft vernahmen, kehrten ſie um, warfen einen fluͤchtig muſternden Blick durch die Thuͤr des Gemaches, wo die Verblichene ſich befand, und ſchritten mit ge⸗ ſenkten Haͤuptern und verſtoͤrten Geſichtern wieder zum Hauſe hinaus, worauf ſie nach verſchiedenen Gegenden des Waldes ſich zer⸗ ſtreuten und ihr wuͤſtes Klagegeſchrey began⸗ nen, wie es beim Tode des Vaters geſchehen war. Wilfried ſaß unterdeß, nur ſtille Thrä⸗ nen vergießend, auf ſeinem Lager und blieb die Nacht hindurch mit dem Leichnam allein.