Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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nachzuſtellen und mit verwegner Hand dich des verliehenen Kleinods zu berauben!“ Wilfried verſprach, ihren wohlgemeinten Rath auf das puͤnktlichſte zu befolgen, und beide benutzten darauf die ihnen gewordne guͤnſtige Gelegenheit und redeten in vertrauli⸗ cher Liebe noch mancherley mit einander, bis die Mutter, nachdem ſie dem Wunſche des verlangenden Herzens Gnuͤge gethan, von unbezwinglichet Muͤdigkeit angewandelt, gegen die Lehne des Seſſels zuruͤck ſank und ſich dem herannahenden Schlummer ergab. Wohl drey Stunden lang lag Wilfried ſtill und

vermied jede Bewegung, um die Schlum⸗

mernde nicht in ihrer Ruhe zu ſtören. Als aber der Tag ſich zu neigen begann, richtete er ſich lauſchend und forſchend von ſeinem La⸗ ger empor, blickte ihr ins Geſicht und faßte, von plötzlicher Beſorgniß und Bangigkeit er⸗ griffen, ſie aͤngſtlich bey der Hand. Aber ſie erwachte nicht wieder; denn ſanft und un⸗ vermerkt hatte der Geiſt von ſeiner gebrechlichen Huͤlle ſich getrennt und war zum Frieden eingegangen.

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