den Knaben hereinbrachten, der alsbald ſeine Freude uͤber die mit ihm vorgenommene Orts⸗ veränderung zu erkennen gab und freundlich blinzelnd ihr ſeinen Gruß entgegen nickte. Mit aͤngſtlicher Haſtigkeit tappte ſie nach ih⸗ rem Kruͤckſtock und verſuchte, ſich von ihrem Sitz zu erheben. Aber Guͤnther ſprang hinzu, griff der Schwankenden huͤlfreich unter die Arme und blieb ſtuͤtzend und ſchirmend neben ihr ſtehen, bis die Andern auf ſeinen Wink das Bett dicht vor ihrem Seſſel niedergelaſſen hatten. Traut und zaͤrtlich neigte die Greiſin das bebende Haupt zu ihrem bluͤhenden Kinde herab. Die drey Bruder aber traten ehrer⸗ pietig zuruͤck, und verließen mit bedachtſamen und geraͤuſchloſen Schritten einer nach dem andern das Gemach.
„O Mutter!“ lispelte Wilfried, als jene hinaus waren.„Ich habe in der ver⸗ floſſenen Nacht unter Sturm und Regen einen armen Mann befreyt und die ledernen Riemen zernagt, womit ihn boſe Buben an eine Kie⸗ fer gebunden hatten. Es ging mir ein Zahn daruͤber verloren; das weiß ich mit Gewißheit,


