— 20—
der umhertaumelnden Trunkenbolde nach ſei⸗ ner einſamen Bodenkammer hinauf.
Als aber die Mitternachtſtunde heran ge⸗ naht und alles in tiefen Schlummer verſun⸗ ken war, kam er ſtill und bedachtſam auf den Zehen wieder heruntergeſchlichen, oͤfſnete ſich leiſe die Thuͤr und ſchluͤpfte nach dem Freyen hinaus. In undurchdringliche Finſterniß wa⸗ xen Himmel und Erde gehuͤllt; ſtromweis ſchoß der Regen herab, und mit zerſtörender Ge⸗ walt tobte und wuͤthete der Sturm in den Baumgipfeln. Wilfried erbangte und ent⸗ ſetzte ſich vor dem Unwetter, das in feind⸗ ſeliger Erbitterung ihn von allen Seiten um⸗ ringte, und es recht darauf anzulegen ſchien, ihm die Abſicht zu vekeiteln, zu deren Er⸗ fuͤllung er die Wohnhuͤtte heimlich verlaſſen hatte. Sein duͤnnes Röcklein war bald durch⸗ näßt, ſeine Glieder bebten vor Froſt, und es erfüllte ſich ſeine Seele mit Furcht und Bangigkeit vor den boöſen Geiſtern der Nacht. Dennoch gab er ſein Vorhaben nicht auf, ſondern arbeitete mit angeſtrengter Kraft durch die dde dunkle Wildniß ſich vorwärts, wie


