Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
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als einen Mann von unbeſcholtenem Charakter

und Lebenswandel und glaubte, mit ihm ihre Nichte gar wohl verſorgt zu ſehen. Nur aͤu⸗ ßerte ſie, daß Mathilde noch zu jung ſey, und daß Beyde recht fuͤglich noch ein paar Jahre warten koͤnnten. Doch dieſe Bedenk⸗ lichkeit ward durch anhaltendes Bitten und Zu⸗ reden bald beſeitigt. Die Muhme gab nach, und die Hochzeit der beiden Verlobten ward fuͤr das nächſtkommende Fruͤhjahr feſtgeſetzt. Bald hatte der Pfarrer den jungen Mann, deſſen Geſicht mit dem Stempel einer offnen, ungeheuchelten Redlichkeit bezeichnet war, kennen gelernt und liebgewonnen; auch Emma fand die Schilderung, die ihr Ma⸗ thilde von ihm entworfen hatte, genau be⸗ ſtatigt, obgleich die Liebe immer mit den le⸗ bendigſten Farben zu zeichnen pflegt. Oft war ſie jetzt die Zeugin von der wechelſeitigen Zäͤrtlichkeit der beyden Gluͤcklichen. Unter ih⸗⸗ nen herrſchte keine wildauflodernde Leidenſchaft. Die Liebe, dieſe vielgeſtaltige Himmelstoch⸗ ter, offenbarte ſich hier in ihrer gelautertſten Milde. Wohl konnte Emma bei dem An⸗