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ihrer Natur ſelbſt, veraͤndern; in welche Haͤnde ſie fallen, wie wenig ſie nach kurzer Zeit bedeuten!« Sich zu ihrem Sohne wendend, fugte ſie dann hinzu: »Es iſt kaum eine Woche her, als ich unſere Alter⸗ thuͤmer liebende Freundin mit hierher nahm, um die Merkwuͤrdigkeiten der Gegend zu beſehen; ich erin⸗ nerte mich dabei des alten Schloſſes von Ockhoult oder Hakwells, das mir dieſelbe fruͤher genannt hatte, von mir aber bis dahin vergeſſen worden war. Wir fuhren dahin, und fanden dieſen alten Wohnort der Gruͤnderin des naͤmlichen Hauſes, worin wir ſind, und auch noch hoͤherer Perſonen, wenn die praͤchtig gemalten Fenſter Wahrheit ſpreſhen jetzt von Leuten gemeinen Schlages bewohnt. In der That, Pächter der niedrigſten Klaſſe! Wir durchwanderten das Gebaͤude und erſtaunten wirklich uͤber die auffallen⸗ den noch uͤbrigen Denkmaͤler dahingeſchwundener Groͤße; aber mit eben ſo ſorgloſen Gedanken hinſicht⸗ lich derjenigen, welche es damals im Vollgenuß aller Annehmlichkeiten des Lebens bewohnt haben mochten, als unſere Nachfolger in unſerm jetzt ſo glucklichen Huntercombe von unſerm Daſeyn haben moͤgen!« Eine Thraͤne ſtand der liebevollen Mutter in den Augen, obgleich ſie ſich laͤchelnd bei den letzten Wor⸗ ten an ihre Toͤchter wandte. Der Bruder derſelben druͤckte nun auch den Wunſch aus, Ockhoult ſeiner⸗ ſeits zu beſuchen; und um ſo mehr, nachdem er die Beſchreibungen angehoͤrt hatte, die ihm ſeine Schwe⸗ ſtern, alle in einem Athem, von den merkwuͤrdig ge⸗ malten Glasfenſtern machten. Aber die Mutter, durch


