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Annie Ferguſon war bange vor Geiſtern, bange vor Stuͤrmen, bange vor dem Alleinſeyn. So lange ihr Bruder bei ihr war, glaubte ſie mit der Zuverſicht eines Kindes auf ſeiner Mutter Macht, daß Nichts ihr etwas anhaben koͤnne; war er aber fort, ſo fuhlte ſie ſich wie ein aberglaͤubiſcher Kranker, dem ſein Zaubermittel genommen iſt. Auch betrauerte ſie ſei⸗ ne Abweſenheit nicht allein wegen des entbehrten Schutzes, ſondern wegen der entbehrten theuren Ge⸗ ſellſchaft, und war bald über dieſen Umſtand untröſt⸗ lich. Aus allen dieſem ſah Miß Mackay, wie recht der Oberſt gehandelt, indem er ſich gegen die Mit⸗ theilung ſeines wichtigen Geheimniſſes an ſeine Schweſter entſchieden habe; die Liebe und Furchtſam⸗ keit dieſes weichherzigen Maͤdchens wuͤrde es demſel⸗ ben unmoͤglich gemacht haben, alles das in dieſem peinlichen Dienſte zu leiſten, was eine ſtarkere Seele und eine feſtere Hand ſo eben ausgefuͤhrt hatten.
Die Abweſenheit des Lairds verlängerte ſich von Woche zu Woche. Weder aus geheimen Nachrichten, noch aus oͤffentlichen Geruchten, hoͤrte Miß Mackay von der Ankunft des franzoͤſiſchen Botſchafters; und ihr Eifer fuͤr Carl Eduards Sache floͤßte ihr daher manche aͤngſtliche Beſorgniß ein.
Der Winter war jetzt weit vorgeruckt; alle ſeine ſchrecklichen Toͤne, das traurige Heulen der Stuͤrme, das Schreien der Waſſervoͤgel, das Knarren der ge⸗ ſchuͤttelten blaͤtterloſen Aeſte, hallten im Thalgrunde wieder, die Pfade waren mit den Truͤmmern der Sommerſchatten beſtreuet, und außer der trägen nor⸗
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