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genden Bitten ihrer juͤngern Freundin im Schloſſe geblieben— ereigneten ſich viele zufaͤllige Umſtaͤnde, welche die außerordentlichen Eigenſchaften dieſes jun⸗ gen Frauenzimmers entwickelten und in das hellſte Licht ſtellten. Des Oberſten finſterer Hang zur Ein⸗ ſamkeit war ſchon theilweiſe ihrem anziehenden und kraͤftigen Charakter gewichen; und von dem Augen⸗ blicke an, wo er ſie Beweiſe eines unerſchrockenen Muthes und außerordentlicher Geiſtesgegenwart hatte geben ſehen, die bei Gelegenheit einer Feuersbrunſt in dem Hauſe, wo ſie zum Beſuch waren, hervortra⸗ ten, hoͤrte er auf, ihre Geſellſchaft zu meiden; ja, ſuchte dieſe haͤufig von freien Stuͤcken auf. Annie Ferguſon bemerkte dies mit geheimer Freude, denn Miß Mackay war nicht allein ihrem Herzen theuer, ſondern zu ihrer Glͤckſeligkeit jetzt ſo nothwendig, daß ſie an die Wahrſcheinlichkeit einer Verbindung zwiſchen dieſer und ihrem Bruder mit einem Ent⸗ zucken dachte, das ihre Augen mit Thränen fullte.
Aber zu einer ſolchen Verbindung war in der That wenig Wahrſcheinlichkeit vorhanden; der Oberſt ſuchte vielmehr eine Freundin als eine Geliebte, und Miß Mackays Theilnahme fuͤr ihn gruͤndete ſich weit mehr auf das Gefuͤhl, womit eine ſtarke Seele die Leiden einer ſchwachen betrachtet, als auf jene be⸗ wundernde Ergebenheit, welche die Liebe eines begei⸗ ſterten Maͤdchens bezeichnet.
Nach und nach nahm ſich dieſe junge Dame die Freiheit, den Laird auf allen ſeinen weiten Spazierritten zu begleiten, die bis dahin einſam ge⸗


