Teil eines Werkes 
1. Band (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

nie Ferguſon ſah die Veraͤnderung in ihm und beob⸗ achtete ſeine zunehmende Schwermuth mit banger Sorge, die ſie anfangs nicht zu aͤußern wagte; aber endlich ließ ſie ihren Empfindungen, unfaͤhig ſie län⸗ ger zuruͤckzuhalten, freien Lauf, und bat ihn in ruh⸗ rendem Tone um die Nittheilung deſſen, was ſo ſchwer auf ſeiner Seele liege.

Da ihr Bruder ungeachtet ihrer Vorſtellungen dabei beharrte, die Veraͤnderung ihrer Einbildung, oder vielleicht etwas der Langeweile einer Lebensart zuzuſchreiben, die gegen das Gewuͤhl des Lagers, an das er gewoͤhnt geweſen, ſo grell abſtaͤche, ſo ſuchte ſie ihn zu der Erlaubniß zu vermoͤgen, eine hochge⸗ ſchaͤtzte Freundin auf laͤngere Zeit einladen zu duͤr⸗ fen; indem ſie ihm zu verſtehen gab, daß ihr eigener niedergeſchlagener Gemuͤthszuſtand einer ſolchen Ge⸗ faͤhrtin weſentlich beduͤrfe. Der Oberſt willigte, ob⸗ wohl nicht ſehr zuvorkommend, ein, und Miß Ma⸗ ckay kam bald nach dem Abgange des Briefes in Glenrowan an.

Dieſes junge Frauenzimmer war eine Waiſe, und einige Jahre älter, als Annie Ferguſon; ein klei⸗ nes, ganz unabhaͤngiges Vermoͤgen ließ ihr die Frei⸗

heit, ihren Aufenthalt zu nehmen, wo ſie wollte.

Miß Mackay war nicht ſchoͤn, aber ſie hatte herrliche Augen und einen beſonders reizenden Wuchs; dazu zeigten ihre Zuͤge einen Ausdruck, auf dem das Auge gern ruhete, lebhaft, geiſtreich und erheiternd. Ihr Temperament ſtimmte ſie fuͤr die Freundſchaft, und zwar mehr fur eine thaͤtige, als fur eine leidende;