1813 2. Mai.
20.
21¹. Mai.
11⁴
Die erſte Hauptſchlacht gegen Napoleon, bei Luͤtzen am 2. Mai, verkundigte den neuerwachten Geiſt im preußiſchen Heere, und tilgte die Schmach von Jena und Auerſtädt; doch blieb der Sieg dem Kaiſer Napoleon. Die Preußen und Ruſſen zogen ſich durch das Muldenthal nach der Dresdner Ge⸗ gend, und ſetzten ſich von neuem an der Spree in der Oberlauſitz. Allein auch hier trat bei Bau⸗ zen und Wurſchen(20. und 21. Mai) der Sieg auf die Seite Frankreichs. Die Verbuͤndeten wichen nach Schleſien zuruͤck, und der Vertrag zu Pläswitz(5. Juni) beſtimmte eine Waffenruhe, die bis zum 17. Auguſt verlängert ward.
Wohrend dieſes Waffenſtillſtandes vermehrten beide Theile ihre Streitkräfte; doch neigte ſich das uebergewicht auf die Seite der Verbuͤndeten, als, nach muͤſſigen Unterhandlungen zu Prag, Oeſt⸗ reich an Frankreich den Krieg erklaͤrte, und der Kronprinz von Schweden mit einem nordiſchen Heere auf märkiſchem Boden erſchien. Großbritannien verſprach, in dem Reichenbacher Vertrage vom 14. Juni, anſehnliche Huͤlfsgelder, und am Hten September vereinigten ſich zu Teplitz Rußland, Oeſtreich und Preußen uͤber die Wiederherſtellung der öſtreichiſchen und preußiſchen Monarchie auf die politiſche Stärke derſelben, wie im Jahre 1805. Denn aͤhnliche Opfer, wie ſie Preußen im Tilſiter Frieden bringen mußte, hatte Oeſtreich in den Ver⸗ trägen zu Preßburg und Wien gebracht. Zugleich uͤbernahmen zu Teplitz die drei verbuͤndeten Maͤchte die gegenſeitige Gewährleiſtung ihrer geſammten Staaten und Provinzen, und das Verſprechen, kei⸗ nen einſeitigen Waffenſtillſtand oder Frieden mit Napoleon einzugehen.


