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ein Krieg zwiſchen beiden Maͤchten erwartet werden mußte. Schon zogen ſich an den Grenzen beider
Reiche Truppenmaſſen zuſammen; allein Leopold
wuͤnſchte, ohne doch ſeiner Wuͤrde etwas zu ver⸗ geben, den friedlichen Weg der Ausgleichung durch
1790 Unterhandlungen. So ward im Juni 1790 zu
Reichenbach in Schleſien ein Congreß eroffnet, auf welchem die Diplomaten Preußens, Englands, Niederlands und Oeſtreichs erſchienen. Noch vor⸗ her hatte Leopold die Ungarn beruhigt, als er ihnen, bei ſeiner Thronbeſteigung, die Rechte beſchwor, die ihnen ſeine Mutter, Maria Thereſia, im Jahre 1740 beſchworen hatte. Nur in Belgien hatten ſeine Vorſchlaͤge keinen Eingang gefunden.
Nach langen Unterhandlungen zu Reichenbach, wo Hertzberg ſogar die Herausgabe Galliziens von Oeſtreich an Polen, den Bundesgenoſſen Preußens, verlangte,— eine Forderung, die aber von den Seemachten nicht unterſtutzt ward,— vereinigte man ſich endlich uͤber die, am 27. Juli 1790 von Preußen und Oeſtreich unterzeichnete, Con⸗ vention, in welcher Leopold ſich verpflichtete, den⸗ Frieden mit der Pforte auf den Beſitzſtand, wie vor dem Kriege, abzuſchließen, wogegen Preuſten, und zugleich die Seemäͤchte, die Gewährleiſtung Bel⸗ giens fuͤr Oeſtreich uͤbernahmen.— Auf dieſe zu Reichenbach verabredete Bedingungen unterhandelte Oeſtreich, ſeit dem 30. Dec. 1790, zu Sziſtowa den Frieden mit der Pforte, der daſelbſt am 4. Aug. 1791 unterzeichnet ward. Leopold gab, in demſelben, Belgrad und die uͤbrigen gemachten Eroberungen an Selim Ill., bis auf einen unbe⸗ deutenden Laͤnderbezirk mit Alt⸗Orſova, zuruͤck.
So ſtand Rußland noch allein im Kriege mit


