Zwiſte des Auslandes denken zu können; und Eng⸗ land, Niederland und Schweden waren in der turki⸗ ſchen und polniſchen Sache mit Preußen einverſtan⸗ den. Unter dieſen Verhältniſſen ſchloß Preußen am 31. Jan. 1790 ein Buͤndniß mit der 1790 Pforte, in welchem Preußen die Länder derſelben 31. gewaͤhrleiſtete, wie ſie vor dem Anfange des letzten Jan. Krieges geweſen waͤren, und wo ſogar die Krimm eingeſchloſſen ward, dafern dieſe von der Pforte im Laufe dieſes Krieges wieder erobert wuͤrde. Der preußiſche Abgeordnete von Dietz hatte bei dieſem Vertrage ſeine Vollmacht mehrfach uͤberſchritten. Er war bloß zur Abſchließung eines Vertheidigungs⸗ buͤndniſſes berechtigt worden; er uͤbernahm die Ge⸗ währleiſtung der Beſitzungen der Pforte, ohne daß die Pforte fuͤr Preußen eine gegenſeitige Gewährlei⸗ ſtung in die politiſche Wagſchale legen konnte. Er zog ſogar die Krimm, welche bereits ſeit mehrern Jahren unter dem Namen eines Koͤnigreiches Tau⸗ rien dem ruſſiſchen Reiche einverleibt worden war, in die Bedingungen des Vertrages. Deshalb ver⸗ zog ſich auch die Ratification des abgeſchloſſenen Buͤndniſſes von Seiten Preußens fuͤnf Monate; und als ſie erfolgte, ward die von Preußen uͤber⸗ nommene Gewaͤhrleiſtung nur auf die, in dem da⸗ maligen Kriege vorlornen, Beſitzungen der Pforte beſchraͤnkt.
Der Vertrag ſelbſt mit der Pforte ward vor Joſephs Tode, die Ratification erſt nach der Thron⸗ beſteigung Leopolds unterzeichnet. So mild auch Leopolds perſoͤnlicher Charakter war; ſo hatte doch, bei ſeiner Ankunft zu Wien, die Spannung zwiſchen Preußen und Oeſtreich eine ſolche Höhe erreicht, daß, nach der allgemeinen Meinung in Europa,


