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zwiſchen beiden Maͤchten vor, daß die Pforte darauf
nicht eingehen konnte. Darauf erklaͤrte auch Joſeph,
— unter dem Vorwande der abgelehnten Vermitt⸗
1788 lung,— der Pforte den Krieg. Obgleich in dieſem
9. Kriege die Ruſſen mehrere Siege erfochten, und na⸗
Febr. mentlich Oczakow erſtuͤrmten; ſo war doch der oͤſtrei⸗
chiſche Kriegsplan, von der Grenze Croatiens bis
zur Bukowina einen ungeheuern Cordon von Trup⸗
pen aufzuſtellen, und nur an den beiden Endpuncten
dieſes Cordons angriffsweiſe zu verfahren, fehler⸗
haft und nachtheilig. Die Unthaͤtigkeit im Felde
entmuthigte die Soldaten, Krankheiten verminderten
die Zahl, und Joſeph II. brachte von den Grenzen
Ungarns den Krankheitsſtoff nach Wien zuruͤck, der
ihm in den erſten Wochen des Jahres 1790 das Le⸗
ben koſtete. Doch hatten die Oeſtreicher, ſeit Lau⸗
1789 don den Oberbefehl erhielt und das bisherige Cordon⸗
8. ſyſtem veraͤnderte, mehrere Siege erfochten, und Oct, die Feſtung Velgrad mit Sturm genommen.
Bei der unheilbaren Lungenſucht des Kaiſers
Joſephs II. konnte nicht im Voraus berechnet wer⸗
den, welchen Charakter die Staatskunſt ſeines Bru⸗
ders und Nachfolgers, des Großherzogs Leopold von
Toſtana, annehmen wuͤrde, Preußen beſchloß da⸗
her, den moͤglichen Erfolgen zuvor zu kommen. In
den meiſten Staaten der öſtreichiſchen Monarchie
herrſchte Unzufriedenheit mit Joſephs raſchen und
eigenmaͤchtigen Schritten; der Krieg gegen die Tuͤr⸗
ken war nicht populär, und hatte die Abgaben ge⸗
ſteigert; Velgien war im Aufſtande; die Magnaten
Ungarns grollten uͤber die Beeinträchtigung ihrer
Rechte; Heſtreichs Vundesgenoſſe, Frankreich, war
durch den Ausbruch der Revolution, mit ſich ſelbſt
vollauf beſchftigt, ohne an die Einmiſchung in die


