Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24

mals gegen die beabſichtigte neue Ordnung der Dinge eine bedeutende Oppoſition auf dem Reichstage, de⸗ ren Mittelpunct der ruſſiſche Geſandte Stackelberg war, welcher allen von dem Reichstage gefaßten Be⸗ ſchluͤſſen formlich widerſprach, weil ſie eine Ver⸗ letzung der zwiſchen Rußland und Polen beſtehenden Verträge enthielten.— Der Reichstag wies naͤmlich, unter Mitwirkung Preußens, den Antrag Rußlands zur Abſchließung eines Schutzbundniſſes gegen die Pforte zuruck, und beſchloß die Errichtung eines Hee⸗ res von 60,000 Mann. Die Geiſtlichkeit und der Adel verzichteten, fuͤr die Erreichung dieſes Zweckes, freiwillig auf ihr Recht der Steuerbefreiung, und Preußen, die Pforte, Schweden und Großbritan⸗ nien billigten die Beſchluͤſſe des Reichstages. Be⸗ ſonders gab Preußen die aufmunternde Erklärung, daß es die Unabhängigkeit Polens gewaͤhrleiſten, und in die innern Angelegenheiten der Republik auf keine Weiſe ſich miſchen wolle. Ob nun gleich der ſchwache Koͤnig Stanislaus Auguſtus in den von ihm zu ergreifenden Maasregeln ſchwankte; ſo trat er doch zuletzt den Beſchluͤſſen des Reichstages bei, als dieſer ihm ankuͤndigte, die Nation werde ihn verlaſſen, und als der Reichstag durch die Erkläͤrung an Stackelberg, er werde das Volk in Maſſe auf⸗ bieten, auch den ruſſiſchen Hof dahin brachte, den Reſt ſeiner Heeresmaſſen aus Polen zu entfernen. Darauf begann der Entwurf einer neuen Ver⸗ faſſungsurkunde fuͤr Polen, womit ein Ausſchuß des Reichstages beauftragt ward, und die naͤhere Unterhandlung mit Preußen. Doch verzog ſich der Abſchluß des Buͤndniſſes mit dieſer Macht; theils weil Rußlands Staatskunſt demſelben moͤg⸗ lichſt entgegenwirkte; theils weil Preußen zugleich