Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1827)
Entstehung
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begonnene Tuͤrkenkrieg fuͤr ſie der angemeſſenſte Zeit⸗ punct waͤre, den Verjuͤngungsverſuch ihrer veralteten Verfaſſung zu wagen; theils daß ſie dabei auf die Mitwirkung einer auswärtigen Macht rechnen muͤß⸗ ten, die bei der Erhaltung der Selbſtſtändigkeit Po⸗ lens, und bei der Beſchränkung des ruſſiſchen Ein⸗ fluſſes auf Polen, ſelbſt weſentlich intereſſirt wäre.

Dieſe Macht konnte keine andere ſeyn, als Preußen; denn Preußens Staatsintereſſe ſchien gleich ſtark zu fordern, daß Polen, als Mittelmacht zwiſchen Preußen, Rußland und Oeſtreich, und zwar mit dem geſicherten Charakter politiſcher Selbſt⸗ ſtaͤndigkeit fortdauerte, und daß Rußland und Oeſt⸗ reich durch die beabſichtigte Aufloͤſung der osmani⸗ ſchen Herrſchaft in Europa nicht zu ein'm, das bis⸗ herige politiſche Gleichgewicht unter den Mächten im europäiſchen Oſten vollig erſchuͤtternden, Uoberge⸗ wichte gelangten. Ein ähnliches Gefuͤhl bewirkte gleichzeitig die Kriegserklärung Schwedens an 1738 Rußland; nur daß dieſer Krieg, unter dem Ein⸗ fluſſe innerer Spaltungen in Schweden, welche die Staatskunſt Katharina's mit großem Erfolge be⸗ nutzte, ohne bedeutendes Ergebniß, ſchon im Jahre 1790 durch den Frieden zwiſchen Schweden und 1790 Rußland beendigt ward.

In Polen trat bereits am 6. Oct. 1788 der Reichstag zuſammen. Wie tief man die Gebrechen der bisherigen Verfaſſung, und die erſte Theilung Polens als Folge dieſer Gebrechen gefuhlt hatte, be⸗ zeugte ſogleich der erſte Beſchluß des Reichstages, nach welchem er das ſogenannte freie Veto(li- berum Veto) aufhob, und an deſſen Stelle die Entſcheidung der Reichstagsbeſchlüſſe nach der Mehr⸗ heit der Stimmen ſetzte. Doch regte ſich ſchon da⸗