2 leiſtung Belgiens fur Oeſtreich uͤbernahmen. Dem⸗ ungeachtet mußte Leopold von Bohmen aus ein Heer zur Unterwerfung Belgiens ſenden, welche eben ſo ſchnell gelang, wie drei Jahre fruͤher die Wiederherſtellung der vorigen Ordnung der Dinge im niederlaͤndiſchen Freiſtaate durch die Preußen.
Gleichzeitig mit dieſen Bewegungen in Belgien gährte es auch im Hochſtifte Luͤttich, wo der Bi⸗ ſchoff Conſtantin Franz, durch ſeine willkuͤhrlichen Ein⸗ griffe in die Rechte der Staͤnde, die Stimmung desVol⸗ kes gegen ſich aufgeregt hatte. So klein das Land war; ſo wirkte doch auch hier das an der Seine gegebene Beiſpiel. Der Fuͤrſtbiſchoff ſah ſich genoͤthigt, die 1789 Herſtellung der Rechte der Stäͤnde ſchriftlich anzuer⸗ 18. kennen. Wie redlich er es aber mit ſeinem Fuͤrſten⸗Aug. worte meinte, zeigte ſeine Abreiſe nach Trier, und die beim Reichskammergerichte erhobene Klage. Teutſch⸗ land ward uͤberraſcht, als dieſes hochſte Reichscollegium die Luͤtticher fuͤr Rebellen erklaͤrte, und die Voll⸗ ziehung ſeines Erkenntniſſes den Directoren des weſt⸗ phaͤliſchen Kreiſes, und namentlich Preußen we⸗ gen Cleve auftrug. Der preußiſche Geſandte Dohm, ein erfahrner Diplomat aus Hertzbergs politiſcher Schule, trug Bedenken, mit Strenge zu verfahren, wodurch der Fuͤrſtbiſchoff bewogen ward, bei dem Reichskammergerichte ein zweites Er⸗ kenntniß zur Vollziehung ſeines Beſchluſſes auf den burgundiſchen Kreis zu bewirken. So erſchien aus dem eben unterworfenen Belgien ein öſtreichiſcher Heerestheil, unter deſſem Schutze der Fuͤrſtbiſchoff mit dem Domcapitel im Triumphe nach Luttich zu⸗ ruͤckkehrte, und das Reactionsſyſtem mit der Strenge eines beleidigten Prieſterfurſten uͤbte.


