Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1827)
Entstehung
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am 15. Apr. 1788 zwiſchen Großbritannien und 1788 Preußen mit den Niederlanden, worin zugleich beide Mächte die Gewaͤhrleiſtung der Erbſtatthalter⸗ ſchaft uͤbernahmen, und alle drei einander ihre ge⸗ ſammten Beſitzungen garantirten.

Doch nicht blos im Freiſtaate der Niederkande kuͤndigten ſich die erſten Spuren der maͤchtigen Be⸗ wegung des aufſtrebenden Volksgeiſtes an, deren ei⸗ gentlicher Mittelpunct Frankreich war; auch in Belgien zeigten ſich bedenkliche oͤffentliche Spu⸗ ren einer lang verhaltenen Gährung. Dieſes ſchoͤne Land, ein Erwerb Oeſtreichs aus der ſpaniſchen Erb⸗ ſchaft, ſtand im Beſitze bedeutender Vorrechte, und, ungeachtet des dort herrſchenden Gewerbsfleißes, Handels und Wohlſtandes, war doch was ſonſt mit den Fortſchritten der Geſittung und der Cultur ſelten vereinbar iſt in Belgien der Prieſterſtand maͤchtig und einflußreich. Als nun der Kaiſer Jo⸗ ſeph II. die großen Umbildungen des innern Staatsle⸗ bens in den geſammten Laͤndern der öſtreichiſchen Mo⸗ narchie mit aller Raſchheit ſeiner Individualitat begann, fand er, naͤchſt Ungarn, nirgends ſo vielen Wider⸗ ſtand, als in Belgien. Manche Willkuͤhr herrſchte

allerdings in Joſephs Entwuͤrfen; ſo namentlich die Errichtung eines Generalſeminariums zu Löwen fuͤr alle Belgier, die ſich dem theologiſchen Studium widmeten; und eben ſo die von ihm verſuchte Veraͤn⸗ derung in der Gerichtsverfaſſung und in dem Steuer⸗ ſyſteme des Landes. Dazu kam, daß er den Stolz der Belgier durch ſeinen Plan, ſie gegen Bayern an Chur⸗ pfalz zu vertauſchen, beleidigt hatte; auch verlor er, bei dem im Jahre 1787 eroͤffneten Tuͤrkenkriege, die W