Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1827)
Entstehung
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wurde: den Geiſt Friedrichs des Großen. Wie uͤbel war doch Friedrich Wilhelms wohlwollen⸗ des und leichtes Dahingeben an Maͤnner berathen, von welchen der eine ein Hyperorthodor des ſechs⸗ zehnten Jahrhunderts mit einem ſtarken Beiſatze von Myſtik und Unduldſamkeit, der andere ein Schro⸗ pferianer mit tiefberechneter Schlauheit, Bereiche⸗ rungsſucht und ſchielender Staatskunſt war. Zwar blieb die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten noch einige Jahre in Hertzbergs Haͤnden, des Mannes, der in der diplomatiſchen Schule Friedrichs ſich gebildet hatte; allein ſeine Einſicht und ſein Einfluß reichten in ſchwierigen Fällen nicht hin, die in des Königs unmittelbarer Nähe gefaßten Be⸗ ſchluͤſſe zu verändern. Auch hatte es zu Friedrichs Eigenthuͤmlichkeit gehört, daß er uͤberall ſelbſt regierte, und daß die, welche ihm am naͤchſten ſtan⸗ den, mehr nur das Beiwerk ſeiner Staatskunſt aus⸗ bilden und geſtalten, als ihn unmittelbar berathen durften. Es gab daher bei Friedrichs Tode eine achtbare Zahl fleißiger, viel gebrauchter und mit reichen Kenntniſſen ausgeſtatteter Staatsmänner, von welchen aber keiner zum Dirigiren im hoͤ⸗ hern Sinne des Wortes ſich eignete, weil Fried⸗ rich ſie nie daran gewöhnte, ſondern die Anfangs⸗ und Endpuncte der Leitung aller innern und aus⸗ wärtigen Staatsangelegenheiten ſich ſelbſt vorbehalten hatte. Dies blieb nicht ohne nachtheiligen Einfluß auf die unter Friedrich Wilhelm I. geuͤbte Staats⸗ kunſt; denn oft wähnte man in Friedrichs Geiſte zu handeln, wenn man die von Friedrich befolgten po⸗ litiſchen Grundſaͤtze auf neueingetretene Verhältniſſe übertrug, welche dem Kreiſe des bis zum 17. Au⸗ guſt 1786 anwendbaren politiſchen Maasſtabes voͤllig fremd waren.