Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1827)
Entstehung
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wollen, um weiſe regiert zu werden und uns zu ver⸗ theidigen; uͤbrigens fordern wir von dir Achtung fuͤr unſere Freiheit. Dies iſt das Verlangen der Voͤlker, wogegen keine Einwendung ſtatt finden kann Anders dachte Woͤllner, der vom Landprediger allmaͤhlig zum geheimen Finanzrathe und zum Staatsminiſter aufgeſtiegen war, und, nach ſeiner geiſtigen und theologiſchen Bildung, da ſtand, wohin Hutter, Calov und Quenſtadt die Theologie gebracht hatten. Nothwendig waren ſeiner geiſtigen Beſchraͤnktheit die von ihm nicht be⸗ griffenen Fortſchritte der Theologie durch Semler, Spalding, Wilhelm Abraham Teller und an⸗ dere inländiſche preußiſche Gelehrte ein Graͤuel; und wohin konnte nicht die ehemalige ancilla theo- logiae, die nach Selbſtſtändigkeit ſtrebende Philo⸗ ſophie fuͤhren, ſeit ſie durch den von Charlottenburg nach Halle verſetzten Eberhard populair, und durch denalles zermalmenden Kant aus den Truͤmmern der ſcholaſtiſchen Metaphyſik zu einer, bis dahin nicht geahneten, neuen Geſtalt ausgeprägt worden war! Gegen ſolche verbotene Waare und un⸗ nöthige Speculation mußte ein ſtarker Schlagbaum gezogen werden; und ſo erſchien am 9. Juli 1788 das in der ganzen preußiſchen Monarchie mit Unwil⸗ 1788 len aufgenommene, und im Auslande allgemeines Staunen und Befremdung erregende, Religions⸗ edict, der einzige öffentliche Act, wodurch Woͤll⸗ ners an ſich unbedeutender Name in der Geſchichte der Theologie und der Aufklärung des juͤngern Eu⸗ ropa ſich erhalten hat. Der Inhalt der vierzehn Artikel dieſes Edicts war folgender. Zuerſt ward ausgeſprochen, daß die drei chriſtlichen Hauptconfeſ⸗ ſionen und uͤbrigeneingeſeſſenen Religionspar⸗