nem von Oeſtreich unglůcklich gefuͤhrten Turkenkriege in Schleſien begonnenen, Unterhandlung zwiſchen Preußen und Seſtreich, anfangs zu einer halben, bald aber zu einer völligen Ausſöhnung zwiſchen bei⸗ den Mächten, endlich gar zu einem, ganz Europa uͤberraſchenden, Buͤndniſſe zwiſchen Friedrich Wil⸗ helm dem zweiten und Leopold dem zweiten, und dar⸗ auf zu einem gemeinſchaftlichen Kriege gegen Frank⸗ reich. Durch die ungluͤckliche Wendung dieſes Krie⸗ ges erkaltete die kaum begonnene Freundſchaft; die zweite Theilung Polens, von Preußen und Rußland, ohne Oeſtreichs Beiziehung, vollbracht, mußte die Kabinette von Wien und Berlin einander entfrem⸗ den; noch größer ward die Kälte und Abneigung zwiſchen beiden durch den preußiſchen Separatfrie⸗ den mit der Republik Frankreich zu Baſel, und ſelbſt die dritte gemeinſchaftliche Theilung Polens von Preußen, Rußland und Oeſtreich konnte das tief gewurzelte Mißtrauen zwiſchen den beiden teutſchen Hauptmächten nicht beſeitigen, beſonders ſeit Preu⸗ ßen dem Directorium Frankreichs, durch eine mit ihm fuͤr das nördliche Teutſchland verabredete De⸗ marcationslinie, ſich annäherte, während Oeſtreich, deſſen mäͤchtigem Zuge das ſudliche Teutſchland folgte, den Krieg gegen Frankreich fortſetzte, bis endlich Bonaparte, der Sieger Italiens, das Geſetz des Friedens zu Campo Formio vorſchrieb. Wenige Wochen nach dieſem Frieden endigte Friedrich Wil⸗ helm II. ſeine Regierung.
So war ſeit den eilf Jahren, wo Friedrich II. während eines allgemeinen europäiſchen Friedens in die Gruft ſtieg, bis zu dem Tode ſeines Nachfol⸗ gers, die ganze politiſche Geſtalt des europäiſchen Staatenſyſtems veraͤndert worden. Als Friedrich II.


