Teil eines Werkes 
3. Bändchen (1827)
Entstehung
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1786

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weckt, unterſtuͤtzt und befördert hatte. Er war der

erſte Selbſtherrſcher im juͤngern Europa, der das freie Wort uͤber alle Angelegenheiten des kirchlichen und politiſchen Lebens verſtattete, weil ſeine Groͤße von dem freien Worte nichts zu befuͤrchten hatte. Nichts Kleinliches, nichts die kräftige Entwickelung der geiſtigen Kraft Beſchränkendes, ging von ſeinen Kabinetsbefehlen aus; ſelbſt uͤber die Leiden eines durch die Waſſerſucht tief erſchuͤtterten Koͤrpers ſiegte ſein durch funfzigjährige Anſtrengungen an Arbeit und Selbſtbeherrſchung gewohnter Geiſt. Mit Strenge gegen ſich uͤbte er die Pflichten und die Rechte der königlichen Wurde bis zum 16. Auguſt 1786. An dieſem Tage verließ ihn bisweilen das Bewußt⸗

17. ſeyn, und am Morgen des 171ten Auguſts trennte Aug. ſich ſein hoher Geiſt von der irdiſchen Huͤlle.

Friedrich hatte bereits am 8. Januar 1769 ſein Teſtament') entworfen, und im geheimen Ar⸗ chive verſiegelt niedergelegt. Er vermachte, in dem⸗ ſelben, ſeinem Neffen und Thronerben alle Laͤnder der Monarchie, alles Vermögen, und namentlich den Schatz,der dem Staate gehoͤrt, und keine andere Beſtimmung hat, als die Volker zu verthei⸗ digen und deren Laſten zu erleichtern. Sein Allo⸗ dialvermögen ſey unbedeutend; denn er habe die Einkuͤnfte des Staates nie zu ſeinem Nutzen ver⸗ wendet, und ſeine perſoͤnlichen Ausgaben haͤtten in

keinem Jahre uͤber 220,000 Thaler betragen.

Seine Wittwe, Geſchwiſter, Verwandte und die braven Officiere ſeines Heeres empfahl er ſeinem Nachfolger;er ſoll immer bedenken, daß der Vor⸗

*) Den Inhalt deſſelben ſ. bei D ohm, in ſ. Denk⸗ wuͤrdigkeiten ꝛc. Th. 3. S. 174.