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heit ſeiner Monarchie beabſichtigte. Dazu kam Jo⸗ ſephs heller Blick in Beziehung auf das Pfaffen⸗ thum. Er wußte, daß die Selbſtſtaͤndigkeit der Re⸗ gentenmacht mit der geiſtlichen Herrſchaft der Prieſter uͤber die Voͤlker unvereinbar iſt, und daß jedes muͤn⸗ dig gewordene Volk die Prieſterherrſchaft abſtreift. Deshalb beſchraͤnkte Joſeph den mächtigen Ein⸗ fluß der Prieſter in Belgien, und erbitterte dadurch dieſen Stand, und die durch denſelben geleiteten Volksmaſſen gegen ſich. Endlich entging es Jo⸗ ſephs ſicherem politiſchen Blicke nicht, daß Belgien, unter allem öſtreichiſchen Beſitzthume, die unſicherſte Provinz bei jedem beginnenden Kriege war, weil es, gelegen in der Mitte zwiſchen Frankreich und Hol⸗ land, und nach ſeinen ausgedehnten Kuͤſtenländern, an jedem Kampfe zwiſchen Frankreich und England, und eben ſo an jedem Hauptkriege auf dem europai⸗ ſchen Feſtlande Theil nehmen mußte. Denn wie ſeit den Zeiten des ſchmalkaldiſchen Krieges die Haupt⸗ ſchlachten auf teutſchem Boden im Laͤndergebiete des Churſtaates Sachſen ausgekaͤmpft wurden; ſo erfolg⸗ ten in den Kriegen derweſtlichen Maͤchte des Erdtheils, ſeit Ludwigs XIV. Zeiten bis zum Aachner Frieden im Jahre1 748, die Hauptſchlaͤge auf dem Boden Belgiens.
Alle dieſe Ruͤckſichten, und die voͤllige geogra⸗ phiſche Iſolirung Belgiens von den uͤbrigen Erblaͤn⸗ dern Oeſtreichs, veranlaßten den Kaiſer Joſeph im
1784 Jahre 1784, den Plan einer Eintauſchung
Bayerns, gegen die Abtretung des groͤßten Thei⸗ les von Belgien an den Churfurſten Karl Theodor von der Pfalz, aufzufaſſen. Allerdings war der Zweck dabei die beſſere Abruͤndung der öſtreichi⸗ ſchen Monarchie in ihrer Naͤhe, und die Verſtaͤrkung ihrer Staatskraft durch die Einverleibung Bayerns


